Hotel Geschichte (Kronik)
von 1826 bis 1985

Im ganzen letzten Jahrhundert befand sich die wichtigste Poststation des oberen Vinschgaus in Spondinig das heutige Hotel Post Hirsch wurde 1826 erbaut von der Familie Josef Peer, die in ihren Stallungen dutzende Pferde hielt.

 Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Stilfserjochverkehr ständig zunahm und zahlreiche Touristen aus dem Norden herbeiströmten, beschloss die Familie Peer, ein Hotel an der Strassenkreuzung zu errichten, das unter dem Namen

„ Zum goldenen Hirschen“ bekannt wurde. Man hatte damit wahrlich eine glückliche Hand, denn mit dem wachsenden Tourismus in Sulden und Trafoi entwickelte sich auch das Hotel vorzüglich.

Josef Peer baute große Pferdestallungen und kaufte Kutschen, und bald war sein Unternehmen das bekannteste im Vinschgau, und seine Verbindungen reichten nach Italien, in die Schweiz und über das ganze Tirol. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde das Hotel vergrößert und erhielt den Namen „Post Hotel“

als Zugabe. Im Erdgeschoss baute man eine große Veranda-Halle mit holzverkleideten Wänden, wo man auch heute noch die althergebrachten Hausspezialitäten serviert. Josef Peer betrieb auch eine eigene Forellenzucht im Reschensee, und seine Küche war für die frischen Fische berühmt.

 1906 wurde die Eisenbahnlinie Meran – Mals eröffnet und die Doppelhaltestelle Prad-Spondinig direkt neben dem Hotel gewählt, so als wäre sie eine Dependance neben dem Jugendstil Pavillon zuhinterst im Hotelgarten.

Zur Eröffnungsfeier der Eisenbahn, die eigentlich bis Landeck hätte führen sollen, kam aus Wien der Thronfolger Erzherzog Ferdinand, der mit anderen Mitgliedern des Hauses Habsburg schon mehrmals Gast des Hotels gewesen war.

Dann brach der 1. Weltkrieg aus und das Hotel Post Hirsch wurde vom königlichen und kaiserlichen Militär konfisziert. Die Familie Josef Peer, durfte mit ihren 5 Mädchen das Hotel für Militärszwecke weiterführen.

Das Hotel beherbergte das Etappenkommando, für den allumfassenden Transportnachschub der Güter von der Eisenbahn zu den höchsten Kriegsstellungen bis zur Ortlerspitze 3.906 m zuständig war.

Geschütze, Munition, Drahtseilbahn, Pferde, Fuhrwerk, Gefangenen – Arbeitstruppen, Ausrüstung, Bekleidung, Schlachtvieh, Proviant usw.

Das Hotel Post Hirsch musste zweckentfremdet werden und diente während der gesamten Kriegszeit als Feld bzw. Frontspital.

Drei Ärzte operierten, heilten und versorgten mit den dürftigsten Mitteln alle Frontsoldaten und Gefangenen.
Später hieß es dann „Bahn-Post-Hotel Hirsch“.

 Während Jahren war das „Posthotel“ in Spondinig Ankunfts-Abfahrtsstation aller Reisenden und Touristen nach dem Stilfserjoch und nach Sulden; im Übrigen ersetzte Josef Peer 1925 die Pferde durch die modernsten Automobile.

Die charakteristische Bauweise mit den Türmen macht das einsam am Ufer der Etsch stehende Hotel auch für die motorisierten Touristen unserer Zeit zum Wegweiser.

Im Jahre 1985 wurde das Hotel mit Beschluss Nr. 6207/1985 von der Landesregierung als Denkmal zum Schutz und zur Erhaltung der geschichtlichen, künstlerischen, volklichen Werte in den Landesdenkmalschutz der Autonomen Provinz Bozen Südtirol aufgenommen.